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Finanzplanung

Kennzahlen zur Liquiditätssicherung

Eine sorgfältige und realistische Finanzplanung ist für jedes Unternehmen wichtig, um eine sich andeutende Insolvenz frühzeitig zu erkennen und ihr entgegenzusteuern. Natürlich können Sie nicht hundertprozentig vorhersagen, wie sich Ihre Finanzen in der Zukunft entwickeln werden. Je realitätsnäher und gewissenhafter Ihre Prognosen aber sind, desto besser ist Ihre Liquiditätssicherung. Die richtigen finanzwirtschaftlichen Kennzahlen verbessern Ihre Planungsprämissen.

  • Die wichtigsten Werte, die sich in Ihrem Finanzplan befinden müssen, sind die voraussichtlichen Ein- und Auszahlungen. In welcher Höhe die Auszahlungen wann zu entrichten sind, lässt sich noch recht zuverlässig vorhersagen: dazu gehören Zahlungen für den Verbrauch an Rohstoffen, Hilfsstoffen und Betriebsstoffen, für Löhne und Gehälter, für den Energieverbrauch und anderes. Einzahlungen, unterschieden nach Mengen und Preisen, können dagegen nicht so gut prognostiziert werden. Hierin liegt das unternehmerische Risiko.
  • Auch Ihre Investitionen ins Umlaufvermögen sollten Sie in Ihrem kurzfristigen Finanzplan gesondert ausweisen. Dieser Wert umfasst Veränderungen beim „arbeitenden Kapital“ (Working Capital). Im Unterschied zum Anlagevermögen ist es nicht zur dauernden Nutzung im Betrieb bestimmt, sondern wächst und schrumpft mit dem Umsatz. Zum Umlaufvermögen gehören Vorräte, Halbfabrikate, Forderungen und liquide Geldmittel. Je effizienter Sie Ihr Umlaufvermögen managen, desto weniger Kapital benötigt Ihr Unternehmen.
  • Die Lagerdauer oder Lagerfrist ist die Kennzahl für die Zeit, die eine Ware bis zum Verkauf (bzw. bei Material bis zur Entnahme) durchschnittlich am Lager bleibt. Unterschieden wird hier zwischen produktions- und marktbedingter Lagerdauer. Ihr Vorratslager reduzieren Sie durch moderne Logistikkonzepte und schnellere Produktionsdurchlaufzeiten, Fertigproduktläger und damit Kapitalbinder erster Güte z. B. durch Produktionen auf Bestellung.
  • Der betriebliche Cash flow ist der Einzahlungsüberschuss innerhalb eines Zeitraumes. Er lässt Rückschlüsse auf die Ertrags- und Finanzierungskraft Ihres Unternehmens zu. An ihr sind besonders Ihre Kapitalgeber wie Banken interessiert, da sie ein wichtiges Kriterium für die Kreditwürdigkeit Ihres Unternehmens ist. Für Sie selbst ist dieser Wert hinsichtlich dessen von Bedeutung, wie stark sich Ihr Unternehmen von "innen heraus" finanzieren kann.
  • Eine weitere wichtige Größe ist der Kapitalbedarf. Das sind die finanziellen Mittel, die in einem gewissen Zeitraum benötigt werden. Den Kapitalbedarf sollten Sie möglichst genau ermitteln. Die Anschaffungskosten für Wirtschaftsgüter lassen sich z. B. leicht auf der Basis von Marktpreisen feststellen.
  • Dynamischer Verschuldungsgrad: Dieser Wert gibt die Entschuldungskraft Ihres Unternehmens an. Er ergibt sich als Fremdkapital/Cash flow. Je niedriger der Wert ist, umso besser.

Weiterführende Literatur

Stahl, H.-W./Fischer, J.: Finanz- und Liquiditätsplanung, 2007.

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